Jahrestagung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit 2026 unter dem Leitthema „OKJA unter Druck“

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Am 18. und 19. Mai 2026 fand die diesjährige Jahrestagung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) im KVJS-Tagungszentrum in Gültstein statt. Die etablierte Veranstaltung wurde erneut in bewährter Kooperation von der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e. V. (AGJF BW) und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) organisiert und durchgeführt.

Zum Auftakt stand die Mitgliederversammlung der AGJF BW auf dem Programm. Dabei wurde Elena Ganz erneut zur 1. Vorsitzenden und Clemens Kullmann zum 2. Vorsitzenden der AGJF BW gewählt.

Rund 140 Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aus ganz Baden-Württemberg kamen zur Jahrestagung zusammen. Im Mittelpunkt stand das Leitthema „OKJA unter Druck“, das aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Praxis der Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus stellte.

Eröffnet wurde die Tagung von Marion Steck, Referatsleiterin des KVJS-Landesjugendamtes, sowie Elena Ganz, Erste Vorsitzende der AGJF BW. Beide betonten die besondere Bedeutung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als demokratischen Lern-, Erfahrungs- und Schutzraum für junge Menschen.

In ihrem Grußwort würdigte Marion Steck das Engagement der Fachkräfte und unterstrich die zentrale Rolle des Arbeitsfeldes:

 „Sie sind nicht nur „die Anwält*innen für das Aufwachsen“ junger Menschen. Sie setzten sich für Selbstbestimmung, für die Rechte und das Wohl von Kindern und Jugendlichen ein und gestalten soziale, präventive und integrative Angebote, die weit über den unmittelbaren Alltag hinausgehen. Für dieses Engagement spreche ich Ihnen im Namen des KVJS-Landesjugendamtes meinen herzlichen Dank aus.“

Die Bandbreite der Themen diesjährigen Jahrestagung spiegelte die Vielfalt und Komplexität des Arbeitsfeldes wider.

Den fachlichen Auftakt gestalteten Kai Dietrich und Romy Nowak von der AGJF Sachsen mit ihrem Vortrag „Jugendarbeit unter veränderten Vorzeichen. Emanzipatorische Praxis in Zeiten völkisch-autoritärer Verdichtungen“. Auf Grundlage langjähriger Praxiserfahrungen und der Perspektiven von Fachkräften beleuchteten sie die Frage, wie demokratische Erfahrungsräume in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gestaltet, geschützt und weiterentwickelt werden können.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die Herausforderungen, die sich aus zunehmenden autoritären und demokratiefeindlichen Tendenzen ergeben. Die Referierenden analysierten deren Auswirkungen auf die Jugendarbeit und diskutierten konkrete Konsequenzen für die pädagogische Praxis.

Im Anschluss stellte MOBIREX – Monitoring, Bildung, Information zur extremen Rechten und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit seine Unterstützungs- und Beratungsangebote vor. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die verschiedene Beratungs- und Bildungsformate, die Fachkräfte im Umgang mit rechtsextremen und menschenfeindlichen Entwicklungen unterstützen.

Ein besonderes Angebot richtete sich an Kolleginnen und Kollegen, die erstmals an der Jahrestagung teilnahmen. Im Rahmen eines „Überlebens-Guides Jahrestagung“ wurden organisatorische und inhaltliche Fragen beantwortet sowie Möglichkeiten zum Kennenlernen und zur Orientierung gegeben.

Darüber hinaus trug ein begleitendes „Jahrestagungs-Bingo“ dazu bei, den Austausch unter den Teilnehmenden zu fördern. Das Format bot eine niedrigschwellige Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu erweitern.

Für einen gelungenen Ausgleich zum intensiven Tagungsprogramm sorgte das Abendprogramm. Besonderen Zuspruch fand eine Yoga-Einheit mit Nicole, die den Teilnehmenden Raum für Entspannung und Achtsamkeit bot.

Der zweite Veranstaltungstag stand in der vertiefenden Praxisarbeit. In verschiedenen Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden mit aktuellen Fragestellungen der OKJA. Die Themen reichten von Lobbyarbeit über Beratungspraxis und Schutzkonzeptentwicklung bis hin zu Kinderbeteiligung, inklusiver Mädchen*arbeit und weiteren aktuellen Themen.

Am Nachmittag boten BarCamp-Sessions die Möglichkeit, eigene Themen, Herausforderungen und Praxisfragen einzubringen. Das offene Format förderte den kollegialen Austausch, die gemeinsame Reflexion sowie die Entwicklung neuer Impulse für die Arbeit vor Ort.

Die Jahrestagung 2026 war geprägt von einer Atmosphäre des offenen Austauschs, der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen und dem gemeinsamen Ziel - die Rechte, Beteiligungsmöglichkeiten und Entwicklungsräume von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken. Sie verdeutlichte die zentrale Bedeutung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als unverzichtbaren Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft.

Publikum schaut auf vortragende Person bei der Jahrestagung für Offene Kinder und Jugendarbeit
© KVJS